
In den vergangenen Wintermonaten hat uns Venus als hellglänzender Abendstern begleitet. Auf Ihrer Runde um die Sonne läuft sie am 23. März zwischen Erde und Sonne hindurch – unser innerer Nachbarplanet erreicht seine untere Konjunktion. Anschließend beginnt für Venus ihre Periode als Morgenstern – sie wird uns den ganzen Sommer und Herbst vor Tagesanbruch im Osten begrüßen.
Während des Wechsels vom Abend- an den Morgenhimmel gibt es in diesem Jahr die seltene Gelegenheit, Venus sowohl abends als auch morgens zu sehen! Grund dafür ist, dass Venus zur Konjunktion am 23.3. acht Grad nördlich an der Sonne vorbeiläuft. Das ist am Taghimmel natürlich nicht zu sehen (Spezialisten ausgenommen), aber durch die nördlichere Position der Venus geht sie abends nach der Sonne unter und morgens vor der Sonne auf.
Die Venus sowohl morgens als auch abends zu beobachten, wird allerdings eine sportliche Herausforderung. In beiden Fällen braucht man freien Blick zum Horizont – morgens nach Osten, abends nach Westen. Morgens steigt Venus gegen 5:40 Uhr über den Horizont. Mit jeder Minute erklimmt Venus größere Höhen, gleichzeitig wird es schnell heller. Gegen 6 Uhr werden die Bedingungen optimal sein – dann kann man versuchen, Venus mit einem Fernglas zu finden.
Abends geht die Sonne um kurz nach 18:30 Uhr unter. Eine Viertelstunde später kann man mit dem Fernglas den Westhorizont nach Venus absuchen. Um 19 Uhr steht Venus noch drei Grad über dem Horizont, jetzt kann die Sichtung bei klarem Himmel gelingen.

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